Investing.com - Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump erzielen die USA derzeit Rekordeinnahmen durch die neu eingeführten Importzölle. Außerdem – so Trump – sei die Inflation vor allem bei lebenswichtigen Gütern deutlich gesunken. Unklar blieb dabei allerdings, ob er sich konkret auf die Bundeseinnahmen aus den Zöllen bezog, die eigentlich von US-Importeuren gezahlt werden sollen, oder ob er eine andere Kennzahl meinte.
Anfang des Monats hatte Trump einen handfesten Handelskonflikt mit China losgetreten, indem er die Zölle auf chinesische Produkte auf insgesamt 145 % anhob. China reagierte umgehend und belegte US-Waren im Gegenzug mit Zöllen in Höhe von 125 %.
Allerdings hat Trump einige dieser Zölle inzwischen wieder entschärft – besonders im Elektronikbereich. Hintergrund ist, dass er die wirtschaftlichen Folgen eines 145 %-Zolls auf sämtliche chinesischen Importe offenbar für zu drastisch hielt. Letzte Woche kündigte er zudem an, für einen Zeitraum von 90 Tagen alle Zölle – mit Ausnahme der auf China – auszusetzen.
Gleichzeitig plant der Präsident neue Sonderzölle auf Elektronikimporte und Abgaben auf Arzneimittel. Erst Anfang der Woche hatte seine Regierung eine Untersuchung zu Elektronikimporten eingeleitet.
Es gilt als wahrscheinlich, dass Trumps Zölle letztlich von den US-Importeuren getragen werden – und dass diese die zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergeben. Analysten warnen deshalb bereits vor steigender Inflation, gestörten Lieferketten und einer möglichen Belastung des Wirtschaftswachstums.
Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Zölle neue Einnahmen generieren und damit helfen könnten, das US-Haushaltsdefizit zu verringern. Zugleich verfolgt er mit den Maßnahmen das Ziel, aus seiner Sicht bestehende Handelsungleichgewichte mit zentralen Partnerländern auszugleichen.
Laut Daten aus der vergangenen Woche ist die Verbraucherpreisinflation in den USA im März stärker zurückgegangen als erwartet. Allerdings ist das nur eine Momentaufnahme – ohne die Preiswirkungen der Trump-Zölle. Die Kerninflation blieb hingegen relativ stabil.