Die indische Rupie (INR) handelt am Freitag stabil, nachdem sie in der vorherigen Sitzung zugelegt hat. Eine robuste Erholung der lokalen Aktienmärkte könnte der indischen Währung etwas Unterstützung bieten. Darüber hinaus könnte der Status des US-Dollars (USD) als sicherer Hafen aufgrund von Bedenken, wie sich die Handelspolitik auf das Wachstum in den USA auswirken könnte, verringert werden. Dies könnte wiederum helfen, die Verluste der INR zu begrenzen. Der Rückgang der Rohölpreise könnte auch dazu beitragen, dass die indische Rupie sich erholt, da Indien der drittgrößte Ölverbraucher der Welt ist.
Händler bereiten sich auf die endgültigen Werte des HSBC Composite und des Services Purchasing Managers Index (PMI) Indiens vor, die später am Freitag fällig sind. Auf dem US-Wirtschaftskalender werden alle Augen auf die US-Arbeitsmarktdaten für März gerichtet sein, einschließlich Nonfarm Payrolls (NFP), Arbeitslosenquote und durchschnittliche Stundenlöhne. Wenn die Berichte ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den Greenback kurzfristig gegenüber der INR stärken.
Die indische Rupie handelt am Tag stabil. Das USD/INR-Paar zeigt auf dem Tageschart ein negatives Bild, da der Preis unter dem wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bleibt. Dennoch erreicht der 14-tägige Relative Strength Index (RSI den überverkauften Bereich unterhalb der 30,00-Marke, was darauf hindeutet, dass eine vorübergehende Erholung oder weitere Konsolidierung im nahen Zeitraum nicht ausgeschlossen werden kann.
Im bärischen Szenario fungiert das Tief vom 3. April bei 85,20 als erste Unterstützung für USD/INR. Weiter südlich wird das nächste Widerstandsniveau bei der psychologischen Marke von 85,00 gesehen, gefolgt von 84,84, dem Tief vom 19. Dezember.
Auf der positiven Seite liegt das unmittelbare Widerstandsniveau bei 85,87, dem 100-Tage-EMA. Ein nachhaltiger Handel über diesem Niveau könnte den Weg zu 86,48, dem Tief vom 21. Februar, und weiter zu 87,00, der runden Marke, ebnen.
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.