Zürich, 03. Apr (Reuters) - Die Schweizer Notenbankdirektorin Petra Tschudin hat sich überrascht gezeigt vom Ausmaß der Importzölle der Vereinigten Staaten auf Schweizer Waren. "Es ist eine Überraschung gewesen, wie hoch diese Zahl ist", sagte Tschudin am Donnerstag auf einer Veranstaltung. US-Präsident Donald Trump verhängte am Mittwoch Zölle in Höhe von 31 Prozent auf Einfuhren aus der Schweiz. Die Abgaben auf Importe aus der Europäischen Union (EU) und aus Großbritannien sind mit 20 Prozent und zehn Prozent deutlich niedriger. Importe der wichtigen Pharmabranche sind allerdings vorerst von Zöllen ausgenommen.
Es bestünden nun sicher gewisse Abwärtsrisiken für die Schweizer Wirtschaft, sagte Tschudin. Die USA seien der wichtigste Exportmarkt der Alpenrepublik. "Aber was man sich vor Augen halten muss, ist, weshalb ist die Schweiz so stark im Export", erklärte sie. "Die Schweizer Wirtschaft exportiert hohe Qualität und ich denke, das ist etwas, was uns vermutlich etwas helfen wird."
Zum Franken-Wechselkurs hielt sich Tschudin bedeckt. Es sei schwer zu sagen, ob die Landeswährung gegenüber DollarCHF= oder EuroEURCHF= überbewertet sei. Der Fokus der Zentralbank liege auf der Preisstabilität und nicht auf den Exporten, betonte Tschudin. Der Dollar sank nach Trumps Zollankündigung auf den tiefsten Stand seit fast sechs Monaten: Die US-Devise war zeitweise für 0,8589 Franken zu haben, nachdem sie am Vorabend noch 0,8837 Franken gekostet hatte.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte jahrelang im großen Stil Fremdwährungen gekauft, um eine zu starke Aufwertung des Franken zu verhindern. Das hatte der Alpenrepublik von Seiten der US-Behörden wiederholt den Vorwurf eingebracht, sie sei ein Währungsmanipulator. Die SNB betonte indes stets, dass sie am Devisenmarkt nicht eingreife, um der Wirtschaft des Landes einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, sondern um die Geldpolitik zu steuern.