Das Pfund Sterling (GBP) steigt während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag über 1,3100 gegenüber dem US-Dollar (USD), dem höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Das Währungspaar GBP/USD schießt in die Höhe, während der US-Dollar einbricht, nachdem der Präsident der Vereinigten Staaten (US) Donald Trump schlechter als erwartete Zölle für seine Handelspartner bekannt gegeben hat.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, fällt auf fast 102,70.
US-Präsident Trump kündigte eine Basisgebühr von 10% auf alle Produkte an, die in die USA gelangen, sowie zusätzliche spezifische Abgaben auf die Mehrheit seiner Handelspartner, die mit Drohungen von Gegenmaßnahmen ihrer Führer einhergingen. Marktteilnehmer erwarten, dass die umfassende Umsetzung der Zölle die US-Wirtschaft in eine Rezession führen wird. Ein solches Szenario untermauert die Notwendigkeit weiterer Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed), obwohl bekannt ist, dass höhere Abgaben auch Sorgen über anhaltende Inflation geschürt haben.
Der Vorsitzende des US-Rates der Wirtschaftsberater, Stephen Miran, stimmte ebenfalls den Erwartungen zu, dass Trumps protektionistische Politik zu "kurzfristigen Störungen" in der Wirtschaft führen könnte, wie er in einem Interview mit Fox Business erklärte. Er stellte jedoch klar, dass der Präsident sich auf den "langfristigen wirtschaftlichen Übergang" und die Verbesserung der "Haltbarkeit, Nachhaltigkeit und Fairness" der amerikanischen Wirtschaft im Vergleich zum Rest der Welt konzentriert.
In Zukunft werden die Investoren auf die US S&P Global- und ISM-Daten zum Einkaufsmanager-Index (PMI) für den Dienstleistungssektor im März achten, die während der nordamerikanischen Handelsstunden veröffentlicht werden. Der US S&P Global Services PMI wird voraussichtlich im Einklang mit den vorläufigen Erwartungen von 54,3 bleiben. Der US ISM Services PMI wird voraussichtlich mit 53,0 unter dem Wert von 53,5 im Februar liegen, was darauf hindeutet, dass die Aktivitäten im Dienstleistungssektor moderat gewachsen sind.
Das Pfund Sterling steigt auf fast 1,3110 gegenüber dem US-Dollar, nachdem es eine Basis um das 61,8%-Fibonacci-Retracement, das vom Hoch Ende September bis zum Tief Mitte Januar eingezeichnet wurde, bei etwa 1,2930 gebildet hat. Der aufwärts gerichtete 20-Tage exponentiell gleitende Durchschnitt (EMA) bei etwa 1,2922 deutet darauf hin, dass der kurzfristige Ausblick bullish ist.
Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) springt auf etwa 70,00, nachdem er auf etwa 60,00 abgekühlt ist, was darauf hindeutet, dass das bullishe Momentum wieder aufgenommen wurde.
Nach unten gerichtet wird das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 1,2930 als wichtige Unterstützungszone für das Paar fungieren. Auf der Oberseite wird das Hoch vom 26. September bei 1,3434 als wichtige Widerstandszone fungieren.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.