Berlin, 04. Apr (Reuters) - Die deutsche Industrie hat sich im Februar wegen der sinkenden Inlandsnachfrage nicht von ihrem zu Jahresbeginn erlittenen Auftragseinbruch erholt. Ihre Bestellungen stagnierten auf dem Niveau des Vormonats, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 3,5 Prozent gerechnet. Im Januar hatte es noch einen Einbruch von revidiert 5,5 (bisher: -7,0) Prozent gegeben.
"Trotz eines Rückgangs der Unsicherheit über wichtige wirtschafts- und finanzpolitische Rahmenbedingungen im Inland stehen einer nachhaltigen Stimmungsaufhellung Risiken durch die jüngsten Entscheidungen in der US-Handelspolitik entgegen", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch einen 20-prozentigen Zoll auf Importe von Waren aus der Europäischen Union angekündigt.
"Die Auftragslage fristet weiterhin ein trostloses Dasein", sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger. "US-Zölle nehmen die Industrie noch mehr in die Zange, der Stellenabbau dürfte sich fortsetzen." Die Erholung von Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklima nähre allerdings die Hoffnung, dass es mit den Aufträgen in den kommenden Monaten etwas nach oben gehe, wie Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte. "Das liegt vor allem an den weltweiten Leitzinssenkungen", sagte Krämer. "Die massiv gestiegenen US-Zölle werden die Erholung allerdings bremsen."
Die Bestellungen aus dem Inland nahmen im Februar um 1,2 Prozent ab. Die Auslandsnachfrage legte dagegen um 0,8 Prozent zu. Dabei gingen die Aufträge aus der Euro-Zone um 3,0 Prozent zurück, während die aus dem Rest der Welt um 3,4 Prozent zulegten. Bereinigt um Großaufträge sanken die Bestellungen im Februar um 0,2 Prozent.
In den einzelnen Branchen zeigen sich "sehr unterschiedliche Entwicklungen", so die Statistiker. Hersteller von Metallerzeugnissen mussten einen Einbruch von 7,4 Prozent verkraften. Bei den Produzenten von elektrischen Ausrüstungen ging es um 5,3 Prozent nach unten, in der Pharmaindustrie um 5,9 Prozent. Auftragszuwächse meldeten dagegen die Maschinenbauer (+3,4 Prozent), der Sonstige Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +3,8 Prozent) und die Autoindustrie (+0,6 Prozent).