EUR/USD schwankte nach der gestrigen Ankündigung der Zölle, stieg zunächst auf über 1,09 aufgrund des relativ harmlosen einheitlichen Zolls von 10 %, der für alle Handelspartner der USA gilt, fiel dann aufgrund der aggressiveren gegenseitigen Zollmaßnahmen und stieg dann wieder auf über 1,09, berichtet Stefan Mellin, Devisenanalyst der Danske Bank.
„Zölle sind zwar für sich genommen durch höhere Nettoexporte und höhere Auslandsinvestitionen USD-positiv, aber wir weisen darauf hin, dass die Angst vor einer Rezession in den USA diesen Effekt ausgleicht. Dies erklärt auch die relativ bescheidene Reaktion bei EUR/USD, trotz größerer Bewegungen in anderen Märkten.„
“Insgesamt nehmen wir keine Änderungen an unserer EUR/USD-Prognose vor – wir erwarten kurzfristig eine Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau, wobei die Risiken nach oben tendieren. Mit Blick auf die Zukunft verlagert sich der Fokus auf den morgigen US-Arbeitsmarktbericht. Während sich die Bedenken hinsichtlich des Wachstums in den USA aufgrund schwacher weicher Daten und unterdurchschnittlicher US-Aktienmärkte verstärkt haben, haben wir bei den harten Daten noch keine signifikante Schwäche feststellen können.„
“Die Angst vor einer Rezession in den USA könnte neben den Zollentwicklungen weiterhin die Preisentwicklung antreiben und den USD anfälliger für einen schwächeren Arbeitsmarktbericht machen. Wir prognostizieren 110.000 nicht landwirtschaftliche Arbeitsplätze – unter dem Konsens von 140.000 – und wenn dies eintritt, erwarten wir einen höheren EURUSD und niedrigere Zinsen in den USA.“