Frankfurt, 04. Apr (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
16.20 Uhr - Die Gegenmaßnahmen Chinas nach der Einführung neuer US-Zölle drücken die Aktien aus dem US-Versicherungssektor. Die Titel von Unternehmen wie MetLifeMET.N, PrudentialPRU.N, TravelersTRV.N und American International GroupAIG.N verlieren zwischen vier und fast sieben Prozent. Der internationale Handelskonflikt dürfte sich insbesondere auf die Kosten bei privaten Schadensfällen auswirken, schreiben die Experten der New Yorker Investmentbank KBW. Hintergrund sei der zu erwartende Preisanstieg bei Autos, Autoteilen und Baumaterialien. China hatte in dem von US-Präsident Donald Trump losgetretenen Handelskrieg zurückgeschlagen: Auf alle amerikanischen Waren werde nun ebenfalls ein zusätzlicher Zoll in Höhe von 34 Prozent fällig, kündigte das Finanzministerium am Freitag in Peking an.
15.15 Uhr - Aktien der US-Medizintechnikfirma GE Healthcare GEHC.O rutschen vorbörslich um sieben Prozent ab. China hatte zuvor Exportkontrollen für einige Seltene Erden angekündigt, darunter Gadolinium, das als Kontrastmittel bei MRT-Scans verwendet wird. Peking reagierte damit auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle. GE Healthcare, das 2023 aus dem Konglomerat General Electric ausgegliedert wurde, stellt MRT-Geräte her.
13.40 Uhr - Die Ölpreise rutschen nach dem Gegenschlag Chinas im Zollstreit mit den USA immer stärker ab. Nordseeöl BrentLCOc1 steht 8,5 Prozent im Minus bei 64,21 Dollar je Fass. Der Preis für US-Öl WTICLc1 stürzt um 9,1 Prozent auf 60,84 Dollar je Fass ab. Auf Wochensicht verlieren die Preise damit jeweils mehr als zwölf Prozent. Aktien von Öl- und Gaskonzernen gehen auf Talfahrt. Der europäische Branchenindex.SXEP fällt um 6,3 Prozent. Die US-Ölkonzerne Exxon MobilXOM.N und ChevronCVX.N verlieren im vorbörslichen US-Geschäft jeweils mehr als vier Prozent.
13.30 Uhr - Anleger müssen sich auf einen weiteren Ausverkauf an der Wall Street einstellen. Die Futures auf die US-LeitindizesEScv1NQcv11YMcv1 liegen zwischen 2,7 und 3,1 Prozent im Minus. Am Freitag bekanntgegebene Vergeltungszölle Chinas verstärkten die Rezessionsängste der Investoren. "Die Wahrscheinlichkeit, dass US-Aktien in einen Bärenmarkt geraten, steigt", sagen die Strategen von UBS Global Research. Der Vix-Volatilitätsindex.VIX, der als Angstmesser der Wall Street gilt, klettert auf ein Sieben-Monats-Hoch und steht zuletzt bei 45,33 Punkten.
13.10 Uhr - Die Kursverluste im Bankensektor werden immer heftiger, nachdem China angekündigt hat, als Vergeltung für die umfassenden Zölle von US-Präsident Donald Trump zusätzliche Zölle in Höhe von 34 Prozent auf alle US-Waren zu erheben. Der europäische Branchenindex.SX7P rutscht um bis zu 10,5 Prozent ab und ist auf dem Weg zu seinem schlechtesten Tag seit März 2020. Im Dax verlieren Aktien der Deutschen BankDBKGn.DE bis zu 12,1 Prozent auf 18,30 Euro. Damit steuern sie auf ihren größten Tagesverlust seit Juni 2022 zu.
12.00 Uhr - Die neu entflammten Zollsorgen ermuntern Anleger zum Einstieg bei Staatsanleihen. Die Renditen der zehnjährigen BundesanleihenDE10YT=RR und der US-Bonds mit der gleichen LaufzeitUS10YT=RR fallen im Gegenzug zu den steigenden Kursen auf 2,539 und 3,951 Prozent. Damit liegen sie auf dem tiefsten Stand seit Anfang März und Anfang Oktober. Am Donnerstag rentierten die Bundesanleihen und die US-Bonds noch mit 2,640 und 4,055 Prozent. Die Angst vor einem Abschwung der globalen Konjunktur nach der Einführung beispielloser US-Zölle erhöht Experten zufolge die Attraktivität von als sicherer Hafen geltenden Anlagen. "Zweifellos ist die Wahrscheinlichkeit einer Rezession gestiegen", sagt Robert Tipp, Chefstratege beim Vermögensverwalter PGIM Fixed Income.
10.10 Uhr - Der Dax.GDAXI weitet seine Verluste am Vormittag deutlich aus. Der deutsche Leitindex gibt in der Spitze zwei Prozent auf 21.287 Zähler nach, der EuroStoxx50.STOXX50E fällt um 1,7 Prozent. Den Anlegern werde wohl immer klarer, dass unter der US-Zollpolitik alle leiden werden und der US-Präsident einen Fehler mache, sagt ein Händler. Am Devisenmarkt geht der Dollar-Index.DXY nach seinem jüngsten Kursrutsch auf Erholungskurs. Er notiert 0,4 Prozent fester. Beim EuroEUR= belasten Gewinnmitnahmen die Gemeinschaftswährung nach einem Wochenplus von gut zwei Prozent. Sie notiert mit 1,1003 Dollar 0,4 Prozent im Minus.
09.53 Uhr - Zweifel an einer Übernahme von GerresheimerGXIG.DE drücken die Aktien des Verpackungsherstellers laut einem Händler deutlich ins Minus. Die Aktien rauschen um bis zu 13,3 Prozent auf 55,80 Euro in den Keller, das ist der niedrigste Stand seit zweieinhalb Jahren. Einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge macht der US-Finanzinvestor KKRKKR.N bei der Übernahme von Gerresheimer einen Rückzieher. Der Partner von KKR, die Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus[RIC:RIC:WP.UL], versucht laut dem Bericht die Übernahme des Düsseldorfer Unternehmens nun alleine zu stemmen und hat die Verhandlungen fortgesetzt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte kürzlich gemeldet, Warburg Pincus und KKR hätten zusammen mit dem Staatsfonds ADIA aus Abu Dhabi ein nicht-bindendes Angebot über fast 90 Euro je Aktie vorgelegt.
09.40 Uhr - Der Ausverkauf im globalen Banksektor geht zum Wochenschluss weiter. Sorgen über die jüngst angekündigten neuen US-Zölle drücken den europäischen Branchenindex.SX7P um vier Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar, nachdem er bereits am Vortag 5,5 Prozent eingebüßt hatte. Die britischen Banken.FTNMX301010 verloren fast drei Prozent. Der japanische Branchenindex.IBNKS.T gab zeitweise bis zu 11,6 Prozent nach, bevor er 8,4 Prozent schwächer aus dem Handel ging. In den USA schlossen Goldman SachsGS.N, Morgan StanleyMS.N und JPMorganJPM.N am Donnerstag sieben bis 9,5 Prozent leichter. Anleger fürchten, dass die US-Zollerhöhungen eine globale Rezession auslösen könnten. Mit der Rezessionsangst wächst zugleich der Druck auf die Notenbanken, ihre Geldpolitik zu lockern. Fallende Zinsen setzen Banken unter Druck, da sie deren Zinsmargen verringern.
09.00 Uhr - Der Dollar bleibt nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump auf Tauchstation. Der Dollar-Index.DXY gibt mit 101,54 Punkten in der Spitze um 0,5 Prozent nach. Auf Wochensicht hat er 2,4 Prozent an Wert verloren. Zeitweise ist er mit 101,267 Zählern auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen. "Der Vertrauensverlust in den US-Dollar ist deutlich", sagt Chris Weston von Pepperstone. Die Analysten der Helaba gehen davon aus, dass das Zollpaket die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen wird, sollte es keine Nachverhandlungen geben. Es sei mit Effekten auf die Inflation und das Wachstum zu rechnen. Händler rechnen derzeit bis zum Jahresende mit drei Zinssenkungen der US-Notenbank Fed um jeweils 25 Basispunkte. Für den EuroEUR= ging es zum Wochenschluss weiter bergauf. Die Gemeinschaftswährung stieg um bis zu 0,5 Prozent auf 1,1107 Dollar, das Plus beläuft sich auf Wochensicht hier auf gut zwei Prozent.
07.42 Uhr - Folgende Aktien werden am Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt:
Deutsche Unternehmen Angaben in Euro | Schlusskurs | Dividende |
Aurubis AGNAFG.DE | 83,25 | 1,50 |
07.10 Uhr - Rezessionsängste lassen die Preise für Öl und Kupfer zum Wochenschluss erneut abrutschen. Das Nordseeöl BrentLCOc1 und das US-Öl WTICLc1 verbilligen sich in der Spitze um mehr als ein Prozent auf 69,28 beziehungsweise 66,06 Dollar je Fass. Auf Wochensicht sacken die Preise um 5,7 beziehungsweise 4,8 Prozent ab. Anleger fürchten, dass die von US-Präsident Donald Trump verhängten drastischen Zollerhöhungen einen weltweiten Konjunktureinbruch und damit eine niedrigere Ölnachfrage zur Folge haben dürften. Verstärkt wird der Preisdruck durch die jüngste Entscheidung der Opec+-Gruppe, im Mai ihre Produktion deutlich zu steigern. Auch beim Industriemetall Kupfer stehen die Zeichen aufgrund der Konjunktursorgen auf Ausverkauf. Der Preis fällt um bis zu 1,1 Prozent auf 9263 Dollar je Tonne und ist damit so billig wie zuletzt Mitte Februar.
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