Frankfurt, 04. Apr (Reuters) - Chinas Gegenschlag nach den drastischen Zollankündigungen der USA hat die US-Börsen am Freitag erschüttert. Für den Dow-Jones-Index.DJI der Standardwerte ging es am Morgen um 2,7 Prozent auf 39.460 Punkte abwärts. Der breiter gefasste S&P 500.SPX verlor 3,1 Prozent auf 15.989 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq.IXIC fiel um 3,5 Prozent auf 15.973 Punkte. Damit steuert das Börsenbarometer charttechnisch auf einen sogenannten Bärenmarkt zu, da das Allzeithoch mittlerweile mehr als 20 Prozent entfernt liegt.
China kündigte an, dass ab dem 10. April in Reaktion auf die Maßnahmen von US-Präsident zusätzliche Zölle in Höhe von 34 Prozent auf alle US-Waren erhoben werden. Das Land kündigte außerdem Kontrollen für die Ausfuhr von mittelschweren und schweren Seltenen Erden an. Damit wächst die Angst der Investoren vor einem weltweiten Konjunkturabschwung. "Wir sehen nun die unvermeidlichen Vergeltungsmaßnahmen der globalen Handelspartner der USA. Es besteht die Gefahr, dass sich die Rezessionsangst in eine ausgewachsene Rezession ausweitet", sagte Ben Laidler, Leiter der Aktienstrategie bei Bradesco BBI. Der CBOE-Volatilitätsindex.VIX, bekannt als Angstbarometer der Wall Street, erreichte mit 38,49 Punkten seinen höchsten Stand seit August 2024.
Die Aktien von TeslaTSLA.O und AppleAAPL.O - die zu den Unternehmen mit dem größten Umsatz in China gehören - fielen beide um je 3,7 Prozent. AlphabetGOOGL.O, MicrosoftMSFT.O und MetaMETA.O lagen ebenfalls im Minus. Der Chip-Sektorindex.SOX verlor 5,9 Prozent. Die Zölle könnten zu höheren Kosten für Halbleiterunternehmen führen, die Gewinnspannen beeinträchtigen und komplexe Chip-Lieferketten stören.
Die Aktienkurse der US-Banken gerieten erneut unter die Räder. Der Sektor stand weltweit unter Druck, da die Anleger weitere Zinssenkungen der Zentralbanken und eine Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstums durch Zölle erwarteten. Die Aktien von Bank of AmericaBAC.N und JPMorgan ChaseJPM.N fielen jeweils um fünf und 4,3 Prozent. Ein Ölpreisrutsch setzte den Öl- und Gassektor unter Druck. Die Aktien des Ölkonzerns Exxon
In den Hintergrund rückte trotz positiver Signale der Bericht des US-Arbeitsministeriums. Demzufolge hat die US-Wirtschaft im März mit 228.000 Stellen weit mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Doch angesichts des sinkenden Geschäftsvertrauens könnten Trumps umfassende Importzölle die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes in den kommenden Monaten auf die Probe stellen.
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