04. Apr (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle angekündigt. Hier aktuelle Entwicklungen:
14.25 Uhr - Angesichts der Unsicherheiten im Zuge der neuen US-Zölle will die EU den Abschluss eines Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten vorantreiben. "Wir werden viel Zeit und Energie zusammen mit den Mitgliedstaaten investieren, um das Abkommen abzuschließen", sagt ein EU-Sprecher in Brüssel. Das wäre eine große Gelegenheit. Zuletzt hatte vor allem Frankreich Vorbehalte gegen die im Dezember erzielte Einigung der EU-Kommission auf ein Handelsabkommen mit den vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Die Regierung in Paris befürchtet Nachteile für die heimische Wirtschaft, insbesondere die Landwirte. Nach der jüngsten Zollrunde von US-Präsident Donald Trump hatte die französische Regierung aber am Donnerstag mit zehn anderen EU-Ländern mit Bedenken über Lösungsmöglichkeiten beraten. Damit signalisiert sie auch den Willen, Handelspartnerschaften breiter aufzustellen.
14.05 Uhr - Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom will einem Medienbericht zufolge andere Länder darum bitten, in dem US-Bundesstaat hergestellte Produkte von Vergeltungszöllen auszunehmen. Newsom werde dazu im Laufe des Tages entsprechende Pläne vorstellen, meldet der Sender Fox News. Demnach werde seine Regierung versuchen, "strategische" Beziehungen zu Staaten aufzubauen, die Vergeltungszölle verkünden. Newsom wolle damit auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump reagieren. Er gehört der Demokratischen Partei an und wird regelmäßig als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt. Trump ist Republikaner. Kalifornien zählt für sich genommen zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Viele Technologiekonzerne haben dort ihren Sitz.
13.43 Uhr - China hat wegen der neuen US-Zölle die Welthandelsorganisation eingeschaltet. Die Führung in Peking habe Beschwerde bei der WTO eingereicht, teilte die Ständige Vertretung Chinas bei der Welthandelsorganisation mit. Die neuen US-Zölle seien ein eklatanter Verstoß gegen die Regeln der WTO.
12.20 Uhr - Die französische Regierung denkt angesichts des Zollstreits laut darüber nach, ihr Haushaltsziel dieses Jahr zu vernachlässigen. Finanzminister Eric Lombard schließt zusätzliche Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen aus, um einen möglichen Wachstumsrückgang aufgrund eines Handelskriegs auszugleichen. Er sagt gegenüber dem Sender BFM TV, man müsse den Verlauf der Verhandlungen mit den USA über die kürzlich angekündigten Zölle in den kommenden Wochen abwarten, um die Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft besser abschätzen zu können. Frankreich hat sich zum Ziel gesetzt, sein Defizit von 5,8 Prozent im Vorjahr auf 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr zu senken.
11.28 Uhr - Wegen der neuen US-Zölle verspricht Taiwan der heimischen Wirtschaft milliardenschwere Finanzhilfen. Mit 288 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet fast acht Milliarden Euro) will die Regierung in Taipeh Unternehmen und Industriezweigen unter die Arme greifen, damit sie die Folgen der neuen US-Handelspolitik bewältigen können. Dabei sollen 200 Milliarden Taiwan-Dollar als Exportkredite zur Verfügung gestellt werden und der Rest direkt an die von den Zöllen betroffenen Konzerne gehen. Dazu gehören allerdings nicht die Firmen der Halbleiter-Industrie, die mit dem Chip-Riesen TSMC2330.TW eine der wichtigsten Exportbranchen des Landes stellt. TSMC hatte im März neue Investitionen im Volumen von 100 Milliarden US-Dollar in den USA in Aussicht gestellt. Allgemein muss Taiwan jedoch mit Zöllen in Höhe von 32 Prozent rechnen. Ministerpräsident Cho Jung-tai betont vor der Presse, dass er die Zölle für unangemessen halte.
01.45 Uhr - Der geschäftsführenden Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kristalina Georgieva zufolge stellen die umfassenden US-Zölle ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft dar. "Wir sind noch dabei, die makroökonomischen Auswirkungen der angekündigten Zollmaßnahmen zu bewerten, aber sie stellen eindeutig ein erhebliches Risiko für die globalen Aussichten in einer Zeit schleppenden Wachstums dar", sagte Georgieva in ihrer Stellungnahme zu den Risiken. Es sei wichtig, Schritte zu vermeiden, die der Weltwirtschaft weiter schaden könnten, so die IWF-Chefin. Sie appellierte an die USA und ihre Handelspartner, konstruktiv am Abbau der Spannungen zu arbeiten. Der IWF werde seine Einschätzung der angekündigten Zölle bei der Veröffentlichung einer Aktualisierung seines Weltwirtschaftsausblicks während der Tagung vom 21. bis 26. April in Washington, D.C., bekannt geben, bei der die Mitglieder und Anteilseigner von IWF und Weltbank zusammenkommen, fügte Georgieva hinzu.
00.50 Uhr - Die kumulativen Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump belaufen sich auf etwa 22 Prozent, was laut einer Notiz von JPMorganJPM.N der größten Steuererhöhung in den USA seit 1968 entspricht. Die Bank hat ihr Risiko einer globalen Rezession von zuvor 40 Prozent auf 60 Prozent erhöht und erklärt, dass die Auswirkungen der Zölle durch Vergeltungsmaßnahmen, Unterbrechungen der Lieferkette und einen Stimmungsschock noch verstärkt werden könnten. In der Notiz wird gewarnt, dass "eine anhaltende restriktive Handelspolitik und reduzierte Einwanderungsströme dauerhafte Angebotskosten verursachen können, die das US-Wachstum auf lange Sicht verringern werden". JPMorgan fügte auch hinzu, dass die US-amerikanische und die globale Expansion auf einem soliden Fundament stünden und in der Lage seien, einen Schock mittleren Ausmaßes zu überstehen.