Investing.com - Der Goldpreis stieg heute im frühen asiatischen Handel auf ein neues Rekordhoch. Auslöser war eine deutlich gestiegene Nachfrage nach sicheren Häfen, nachdem US-Präsident Donald Trump weitreichende Handelszölle angekündigt hatte.
Die Maßnahmen umfassen allgemeine sowie gezielte Zölle gegen mindestens 18 Länder – ein Schritt, der den Welthandel erheblich belasten könnte. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass sich diese Zölle negativ auf das Wirtschaftswachstum in den USA und weltweit auswirken könnten.
Nach der Ankündigung gerieten die internationalen Finanzmärkte deutlich unter Druck. Viele Anleger zogen sich daraufhin in klassische sichere Häfen wie Gold und den japanischen Yen zurück. Rückenwind bekam der Goldpreis zusätzlich durch einen schwächeren Dollar, auch wenn die Preise für andere Metalle überwiegend nachgaben.
Der Spot-Goldpreis erreichte mit 3.165,64 Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch. Auch der Gold-Future mit Laufzeit bis Juni kletterte auf einen Höchststand von 3.198,40 Dollar je Feinunze.
Am gestrigen Abend um 22 Uhr MESZ verkündete Trump überraschend neue Zölle in Höhe von 10 % auf sämtliche US-Importe – zusätzlich zu sogenannten reziproken Zöllen gegen zentrale Handelspartner wie auch geopolitische Rivalen. Diese sollen jeweils der Hälfte der Zölle entsprechen, die diese Länder auf US-Waren erheben.
Am stärksten betroffen ist China: Seit Trumps Amtsantritt belaufen sich die Zölle auf chinesische Produkte inzwischen auf insgesamt 54 %. Die Europäische Union wird mit 20 % Zoll belegt, während für Vietnam, Taiwan, Japan und Indien Zölle zwischen 24 % und 46 % angesetzt wurden.
Länder, die ohnehin niedrigere Zölle auf US-Waren erheben – darunter Brasilien, Chile, Australien, das Vereinigte Königreich und Kolumbien – wurden mit einem einheitlichen Satz von 10 % belegt.
Die Grundzölle sollen ab dem 5. April in Kraft treten, die reziproken Maßnahmen folgen am 9. April.
Laut Weißem Haus sind bestimmte Güter von diesen Zöllen ausgenommen – darunter Kupfer, Arzneimittel, Holz, Gold, Energie sowie ausgewählte, in den USA nicht verfügbare Mineralien. Trotzdem wächst unter Anlegern die Sorge über mögliche wirtschaftliche Folgen. Denn letztlich dürften die US-Importeure die zusätzlichen Kosten tragen – Kosten, die in vielen Fällen an die Endverbraucher weitergegeben werden.
Ein solches Szenario könnte die Inflation in den USA anheizen. Gleichzeitig würden steigende Produktionskosten die wirtschaftliche Aktivität bremsen – mit der Gefahr, dass die USA in eine Rezession abrutschen.
Während Gold von der aktuellen Unsicherheit profitiert, hinken die übrigen Metallpreise deutlich hinterher. Die Nachfrage nach sicheren Häfen scheint sich fast ausschließlich auf Gold zu konzentrieren.
Der Platin-Future fiel um 1,1 % auf 996,85 Dollar je Feinunze, während der Silber-Future um 1,2 % auf 34,235 Dollar je Unze nachgab.
Auch bei den Industriemetallen ging es abwärts: Der US-amerikanische Kupfer-Future verlor 2,2 % auf 4,9200 Dollar je Pfund – trotz der Tatsache, dass Trump Kupfer von den neuen Zöllen ausgenommen hatte. Zuvor hatte die Erwartung einer Angebotsverknappung in den USA den Preis auf neue Rekordhöhen getrieben.
An der London Metal Exchange hingegen konnte sich der Kupfer-Future leicht behaupten und stieg um 0,1 % auf 9.694,45 Dollar je Tonne.